Empfehlung einer Honoraruntergrenze für Projektanträge in den Darstellenden Künsten

Der LAFT - Landesverband Freie Darstellende Künste Berlin fordert die Einhaltung von Honoraruntergrenzen in allen öffentlichen Förderinstrumenten und die entsprechende Erhöhung der Fördermittel. Aufgrund der Qualifikation der Akteur*innen orientiert sich die Honoraruntergrenzen- Empfehlung des LAFT Berlin an den Mindestgagen an den städtischen und staatlichen Bühnen. Für selbstständige Kunstschaffende muss ein ihren tatsächlichen Kosten entsprechendes Äquivalent hinzugerechnet werden. Die Höhe der Honoraruntergrenze wird regelmäßig den Tarif- und Inflationsentwicklungen angepasst.
 
Der LAFT Berlin empfiehlt daher für Projekte, die ab 1. Juni 2017 konzipiert und geplant werden, eine Honoraruntergrenze von 2300 Euro/Monat bei Vollzeit-Beschäftigung über mindestens 12 Monate. Diese Empfehlung gilt für alle Berufsgruppen, die über die Künstlersozialkasse pflichtverpflichtet sind.

Für alle Berufsgruppen, die nicht der Versicherungspflicht über die Künstlersozialkasse unterliegen, empfehlen wir eine Honoraruntergrenze von 2.660 Euro/Monat bei Vollzeit-Beschäftigung über mindestens 12 Monate.

Die Honoraruntergrenzen sind dabei nicht als Richtgagen für öffentliche Förderung zu verstehen, sondern zeigen die unterste Grenze der Honorierung auf, um einen der Qualifikation der Kunstschaffenden entsprechenden Mindeststandard zu garantieren. 

Wir rufen alle frei produzierenden Kunstschaffenden dazu auf, die Honoraruntergrenzen-Empfehlung des LAFT Berlin in ihren Anträgen zu berücksichtigen und auf diese Weise für eine faire Bezahlung in den Projekten einzutreten. Und auch die Politik, Kulturverwaltungen, die Jurys und alle Beteiligten in den Förderinstitutionen rufen wir auf: Ermöglichen Sie durch die Ausgestaltung der Förderinstrumente und Erhöhung der Fördermittel Honoraruntergrenzen in den freien darstellenden Künsten. Beenden Sie die Politik billiger Kultur-Produktion und engagieren Sie sich für soziale Chancengleichheit in der Berliner Kulturlandschaft!

Die vollständige Erklärung des LAFT Berlin zur aktuellen Honoraruntergrenzen-Empfehlung für die Freien Darstellenden Künste in Berlin ist hier als pdf zu finden.

Weitere Richtlinien (z.B. für Tages- und Wochensätze)

Der LAFT Berlin plant, auf dem nächsten Fördersummits des LAFT Berlin am 17. September 2018 darüber hinaus auch Richtlinien bzw. Empfehlungen für Tages- und Wochensätze zu erarbeiten. Solange diese nicht vorliegen, verweisen wir als Orientierungshilfe zur Berechnung von Wochen- und Tagessätzen auf die Berechnungsmodelle zur Empfehlung einer Honoraruntergrenze des Landesverbands der Freien Theater in Sachsen.
Für die Berechnung von Proben- und Vorstellungshonoraren verweisen wir auf die Mindesthonorarempfehlungen des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste.


Was sind Honoraruntergrenzen?

Bei der Erstellung von Förderanträgen sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Förderern auf Landes- und Bundesebene empfiehlt der LAFT Berlin die Berechnung von Honoraren auf Basis einer Honoraruntergrenze. Der LAFT empfiehlt neben des Proben-, und Vorstellungszeitraums auch Recherche sowie Vor- und Nachbereitungszeiten zu berücksichtigen.

Die empfohlene Honoraruntergrenze orientiert sich aufgrund gleicher Qualifikation der freien Theaterschaffenden am Mindesttarif des bundesweit geltenden Normalvertrag (NV) Bühne, der dem angestellten Personal an Theaterhäusern in öffentlicher Trägerschaft gezahlt wird, die dem deutschen Bühnenverein angehören. Der NV Bühne gilt für alle Schauspieler*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen und andere Einzeldarsteller*innen sowie für Kabarettist*innen und Puppentheaterspieler*innen, Regisseur*innen, Chordirektor*innen, Choreograf*innen, Tanz-/Ballettmeister*innen, Trainingsleiter*innen, Dramaturg*innen, Leiter*innen des künstlerischen Betriebsbüros, Disponent*innen, Ausstattungsleiter*innen, Bühnenbildner*innen, Kostümbildner*innen und Lichtdesigner*innen, Theaterpädagog*innen, Schauspielmusiker*innen, Referent*innen und Assistent*innen von Intendant*innen, Theaterfotograf*innen und Grafiker*innen, Pressereferent*innen und Referent*innen der Öffentlichkeitsarbeit sowie Personen in ähnlicher Stellung.
Da es sich bei der Honorierung von freischaffenden Theaterschaffenden um kein Angestelltenverhältnis handelt, das Sozialabgaben des Arbeitgebers einschließt, und auch keine durchgängige Bezahlung über das Jahr garantiert ist, wurden die zusätzlichen Kosten für Versicherungs- und Betriebsausgaben sowie die notwendige Vor- und Nachbereitung eines künstlerischen Projekts, auf die monatliche Honoraruntergrenze umgelegt.

Weitere Informationen zur Geschichte der Honoraruntergrenzen-Empfehlung sind hier als pdf zu finden.