Empfehlung einer Honoraruntergrenze für Projektanträge in den Darstellenden Künsten

// AKTUELL //

Auf der Mitgliederversammlung des LAFT Berlin am 9. Mai 2017 wurde den Mitgliedern eine Beschlussvorlage zur Erhöhung der Honoraruntergrenzen im Bereich der freien darstellenden Künste zur Abstimmung vorgelegt. Entsprechend der Erhöhung des Tarifvertrages Normalvertrag Bühne (NV Bühne) zum 1. Januar 2017 empfiehlt der LAFT Berlin darin ab 1. Juni 2017 eine Anhebung der Honoraruntergrenze auf 2.300 Euro im Monat für Berufsgruppen mit Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse (KSK) sowie auf 2.660 Euro im Monat für Berufsgruppen, bei denen eine soziale Absicherung über die KSK nicht möglich ist.

Die Mitgliederversammlung des LAFT Berlin am 9. Mai 2017 hat beschlossen, dieser Empfehlung des Vorstands zu folgen und die Honoraruntergrenzen-Empfehlung im Bereich der freien darstellenden Künste entsprechend anzupassen. Darüber hinaus hat die Mitgliederverammlung den Vorstand beauftragt, zukünftige Anpassungen an Tariferhöhungen des Normalvertrags Bühne eigenständig vorzunehmen.

Wir freuen uns sehr über diese Zustimmung und Unterstützung durch unsere Mitglieder und rufen alle frei produzierenden Kunstschaffenden dazu auf, die neue Empfehlung von Honoraruntergrenzen des LAFT Berlin in ihren künftigen Anträgen zu berücksichtigen und auf diese Weise für eine faire Bezahlung in den Projekten einzutreten. Selbstverständlich kann und soll die Anpassung nicht rückwirkend für bereits beantragte Projekte angewendet werden, vielmehr gilt die neue Empfehlung für die Projekte, die ab 1. Juni 2017 konzipiert und beantragt werden.

Und auch die Politik, Kulturverwaltungen, die Jurys und alle Beteiligten in den Förderinstitutionen rufen wir auf: Ermöglichen Sie durch die Ausgestaltung der Förderinstrumente und Erhöhung der Fördermittel Honoraruntergrenzen in den freien darstellenden Künsten. Beenden Sie die Politik billiger Kultur-Produktion und engagieren Sie sich für soziale Chancengleichheit in der Berliner Kulturlandschaft!

Die vollständige Erklärung des LAFT Berlin zur Aktualisierung der Empfehlung von Honoraruntergrenzen für die Freien Darstellenden Künste in Berlin ist hier als pdf zu finden.


Was sind Honoraruntergrenzen?

Bei der Erstellung von Förderanträgen sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Förderern auf Landes- und Bundesebene empfiehlt der LAFT Berlin die Berechnung von Honoraren auf Basis einer Honoraruntergrenze. Der LAFT empfiehlt neben des Proben-, und Vorstellungszeitraums auch Recherche sowie Vor- und Nachbereitungszeiten zu Berücksichtigen.

Die empfohlene Honoraruntergrenze orientiert sich aufgrund gleicher Qualifikation der freien Theaterschaffenden am Mindesttarif des bundesweit geltenden Normalvertrag (NV) Bühne, der Angestellten an Theaterhäusern in öffentlicher Trägerschaft gezahlt wird, die dem deutschen Bühnenverein angehören. Der NV Bühne gilt für alle SchauspielerInnen, SängerInnen, TänzerInnen und andere EinzeldarstellerInnen sowie für KabarettistInnen und PuppentheaterspielerInnen, RegisseurInnen, ChordirektorInnen, ChoreografInnen, Tanz-/BallettmeisterInnen, TrainingsleiterInnen, DramaturgInnen, LeiterInnen des künstlerischen Betriebsbüros, DisponentInnen, AusstattungsleiterInnen, BühnenbildnerInnen, KostümbildnerInnen und LichtdesignerInnen, TheaterpädagogInnen, SchauspielmusikerInnen, ReferentInnen und AssistentInnen von IntendantInnen, TheaterfotografInnen und GrafikerInnen, PressereferentInnen und ReferentInnen der Öffentlichkeitsarbeit sowie Personen in ähnlicher Stellung.
Da es sich bei der Honorierung von freischaffenden Theaterschaffenden um kein Angestelltenverhältnis handelt, das Sozialabgaben des Arbeitgebers einschließt, und auch keine durchgängige Bezahlung über das Jahr garantiert ist, wurden die zusätzlichen Kosten für Versicherungs- und Betriebsausgaben sowie die notwendige Vor- und Nachbereitung eines künstlerischen Projekts, auf die monatliche Honoraruntergrenze umgelegt.

Weitere Informationen zur Geschichte der Honoraruntergrenzen-Empfehlung sind hier als pdf zu finden.